Puppen

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„Puppen“ von Kevin Rittberger

Für alle LiebhaberInnen von zeitgenössischem Theater haben wir wieder ein ganz besonderes Zuckerl parat.
Wir freuen uns, gemeinsam mit unserem Partner, dem Wiener Schauspielhaus, 2×2 Karten für die Uraufführung von Kevin Rittbergers „Puppen“ verlosen zu dürfen.
Eifrige snipville-LeserInnen wissen sicher schon, wie’s funktioniert: Einfach hier oder auf facebook den Titel des Stücks posten und mit ein bisschen Glück am Donnerstag, den 29. März 2012 einen interessanten Theaterabend genießen.
Wir wünschen euch viel Glück!

 

Puppen
von Kevin Rittberger

URAUFFÜHRUNG
Mit: Katja Jung, Nicola Kirsch, Max Mayer, Thiemo Strutzenberger
Regie: Robert Borgmann
Bühne/Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Alexander Britting
Premiere: 6. Oktober 2011

Puppen, entstanden im Rahmen des Schauspielhaus-Autorenförderprogramms stück/für/stück und 2009 mit dem Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnet, ist eine Tragikomödie über physische und psychische Erlahmung, ein Stück (post-)absurdes Theater, in dem das alte Leistungsdenken noch ungebrochen wirkt, obwohl es nichts mehr zu leisten gibt, und in dem unverdrossen verkauft werden soll, wo nichts mehr anzubieten ist.
In Puppen wird ein Modellfall durchgespielt. Die darin auftretenden Figuren erleben die Abschaffung der Arbeit, das unwiderrufliche Ende ihrer Unternehmen: Ein Fleischer ohne Fleisch (und schließlich auch: ohne Fleischerei) und eine Friseurin ohne Kenntnis ihres Handwerks treffen auf Klandestino, der sich als Dealer-Junkie-Zuhälter vorstellt und eine universelle Kriminellenkarriere fingiert, sowie auf eine Frau, die unter mysteriösen Schwindelanfällen leidet, während das Volk in den Straßen den kommenden Aufstand probt. Rittberger setzt einen Reigen in Gang und lässt seine Charaktere reihum für surreale Dialoge zusammentreten. Sie alle erscheinen als Akteure mit vagen Identitäten, mit unsicheren Biografien in einer nachkapitalistischen Gesellschaft. Das überschaubare Warenangebot, von dem etwa der Fleischhändler spricht, lässt – wie die Typologie des Stücks insgesamt – bisweilen gar Brecht oder Horváth assoziieren: Er schenkt Fassbrause aus und träumt von Schlackwurst. Die mannigfachen Unverträglichkeiten der Figuren wachsen sich zum Generalsymptom aus. Die Handelnden taumeln durch ihren Mikrokosmos, in dem keinerlei gesellschaftspolitische Referenzen mehr geltend zu machen sind, drohen zusammenzusacken wie Puppen, die aus den Marionettenfäden gelöst wurden; sie verstehen einander nicht, leben aneinander vorbei. Am Ende regiert nur noch der Scharfrichterwitz: „Wir sind die Lust des Königs Elend.“

„Nach Nikolai D. Kondratieff kennt der Kapitalismus Jahreszeiten. Ob die Winter immer länger werden oder wir in eine neue Eiszeit schlittern, kann uns der 1938 liquidierte russische Ökonom nicht mehr beantworten. Dass hier eine zweite Natur gemeint ist, schließt die Frage nicht aus, wer sich gegen lange Winter wie zu schützen weiß. Und ob, wer jemanden sagen hört: „Ich biete dir Schutz!“ gerührt sein kann oder besser nach der Beschaffenheit des Schutzmantels fragt. Am Ende platzt der Mantel aus allen Nähten. Welche Kampfhandlung, welcher Materialfehler, welche Zersetzung dem vorausging, vermag keiner zu beantworten. Es versagt die Sprache, die sich ganz unsentimental neu ordnen soll, weil der alten und der neuen gleichermaßen misstraut wird. Dann wird vielleicht lähmend ängstlich auf alten Worten herumgeritten, auch wenn sie längst nichts mehr bedeuten. Dann wird sich in unsinniges, ja aberwitziges Tun geflüchtet. Dann steigt die Angst, dass der eigenen Liebesfähigkeit nichts mehr zuzutrauen wäre.“ (Kevin Rittberger)

Kevin Rittberger, geboren 1977 in Stuttgart, Autor und Regisseur. 2010 erhielt er den Kurt-Hübner-Preis für Regie. Am Schauspielhaus Wien inszenierte er in der Spielzeit 08/09 die neunte Folge von Diesseits des Lustprinzips: Freud und die Folgen: Penis, 09/10 wurde sein Stück Kassandra oder die Welt als Ende der Vorstellung in der Regie von Felicitas Brucker uraufgeführt (eingeladen zu den Mülheimer Theatertagen 2011). 10/11 inszenierte er die sechste Folge von Kreisky – wer sonst?: Superkreisky. In der Spielzeit 08/09 nahm er am Autorenprojekt stück/für/stück am Schauspielhaus Wien teil und wurde für Puppen mit dem von der Literar-Mechana gestifteten Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnet.

Robert Borgmann, geboren 1980 in Erfurt. Inszenierungen: u.a. too low terrain von Lisa Danulat (UA 2008, Staatstheater Mainz, ausgezeichnet mit dem Regiepreis der Theaterbiennale Neue Stücke aus Europa in Wiesbaden), My own private Germany von Robert Borgmann (UA 2009, Deutsches Theater Berlin), Der Heilige Paulus von Robert Borgmann nach Pier Paolo Pasolini (UA 2009, Staatstheater Mainz), Ausgehen 1-3 von Barbi Markovic, Ödön von Horváth, Georg Büchner (UA 2010, Schauspiel Köln, Die Schwärmer von Robert Musil (2010, Schauspielhaus Zürich) und Vatermord von Arnolt Bronnen (2010, Centraltheater Leipzig). Seit 2011 ist Borgmann Hausregisseur am  Centraltheater Leipzig. Am Schauspielhaus Wien inszenierte er 2010 die Uraufführung von Herr mit Sonnenbrille von Gerhild Steinbuch.

Update:
Sooo, liebe Theaterfreundinnen und -freunde! Das Gewinnspiel ist offiziell zu Ende. Auch dieses Mal haben wir zur Ermittlung der beiden Gewinner wieder unsere herzallerliebste und fleißig mithelfende Bürowölfin Coco von Snip de Ville bemüht, die ja wirklich gar nichts lieber mag als Leckerlis. In diese Leckerlis wurden nach bewährter Art die Initialen aller Mitspieler eingeritzt – also pro Leckerli ein Name.
Die beiden ersten, auf die Coco sich stürzte und somit die Gewinnerinnen der Freikarten sind:

Kamila M. und Ursula P.

Wir gratulieren herzlich und wünschen euch einen spannenden Theaterabend im Schauspielhaus!

 

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